Baumgrab_Löffingen_Unadingen

Die Friedhöfe in Löffingen bekommen neue Strukturen

Quelle: Südkurier
Autorin: Silvia Bächle

Die deutsche Friedhofskultur befindet sich im Wandel. Der klassische Friedhof mit den traditionellen Familiengrabstätten ist für viele Bürger nicht mehr zeitgemäß, gefragt sind Alternativen. Neben anonymen Besetzungen in einem Friedwald – wie beispielsweise in Friedenweiler – suchen Bürger immer mehr nach pflegeleichten Urnengräber.

Urnengräber und Begräbniswald

Diesem Trend kommt nun auch die Gemeinde Löffingen nach. Der Gemeinderat hat ein neues Friedhofskonzept beschlossen. Dieses sieht die Anlage von Urnengräbern und die Umgestaltung eines Teils des Löffinger Kurparks zu einem Begräbniswald vor. Hier sollen künftig sowohl Baum- als auch sonstige Urnenbestattungen möglich sein. Wie Stadtbaumeister Udo Brugger informierte, laufen zurzeit die Vermessungsarbeiten, danach soll sich direkt die Entwurfs- und Ausführungsplanung anschließen.

Dieser Tage fertig gestellt wurde das Urnengrabfeld in Unadingen. 20 Röhren, die mit je zwei Urnen belegt werden können, sind unter einem ökologisch wertvollen Kornelkirschbaum eingebracht worden. Der Unadinger Ortschaftsrat hatte sich für eine Mandala-artige geometrische Form entschieden. Sobald der Baum angewachsen ist, soll darunter noch eine Bank aufgestellt werden.

Urnen in Edelstahlröhren

Bei dieser Art der Urnenbeisetzung, die es auch in den anderen Löffinger Ortsteilen gibt oder künftig geben soll, ist kein Grabschmuck erlaubt. Die Edelstahlröhren werden 75 Zentimeter tief ins Erdreich versenkt. Darüber befindet sich eine kupferfarbene runde Abdeckung aus Bronzeguss. Auf dieser werden die Namen der Verstorbenen
angebracht.

Die neuen Baumurnengräber sollen den Verstorbenen eine würdevolle Grabstätte in ihrem Heimatort ermöglichen, ohne dass die Hinterbliebenen sich dann 25 Jahre lang um die Grabpflege kümmern müssen. Diese ist vor allem durch den gesellschaftlichen Wandel für viele Hinterbliebene zu einem Problem geworden, da die Bevölkerung immer älter wird und außerdem zahlreiche Nachkommen nicht mehr vor Ort leben.

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