Referenz

Neue (Bestattungs-)mitte: Friedhof Markt Bruck

Grabangebote in eine Friedhofteilfläche zu integrieren, ist eine Sache, eine Andere ist es, wenn diese Fläche zentralen Charakter hat und so auf die gesamte Friedhofsstruktur ausstrahlt – die Planungsgedanken also weiter greifen sollten, als „nur“ neue Grabformen zu etablieren. In der Gemeinde Markt Bruck haben wir uns gerne dieser Herausforderung gestellt.

 

Projektstart

Markt Bruck kam im März 2021 auf uns zu und bat um eine umfangreiche Bereichsplanung. Neue pflegefreie Urnengräber sollten sowohl in Form von Kreuzstelen als auch in Form von Urnenerdgräbern auf einer Freifläche in zentraler Lage eingangsnah eingebunden werden. Eine wirtschaftliche Flächenauslastung, bei guter Aufenthaltsqualität und ansprechender Gestaltung, war gefragt.

Die Platzierung von Baumgräbern erfolgt oft spontan rund um vorhandene Bäume aus dem Rahmengrün, ohne dabei zu berücksichtigen, dass jedes einzelne System ein vollwertiges Grab ist, das den Standards eines geeigneten Trauerorts entsprechen sollte. Die Gemeinde Markt Bruck hatte jedoch bereits klug entschieden, die Grabanlage durch einen eigenständigen Entwurf auch als solche zu würdigen.

Abbildung 1: Ausgangssituation in Markt Bruck mit Blick auf die Aussegnungshalle

 

Erster Schritt „Situationsanalyse“: Anbindung an das gegebene Umfeld

Die nahezu rechteckige Rasenfläche ohne Gefälle bot gute Rahmenbedingungen für die gestellte Aufgabe. Der hallenseitige, sehr kleine Platz, spiegelsymmetrisch zur zentralen Hallenachse aufgebaut, legte nahe, diese Spiegelsymmetrie auch in den durch uns zu planenden Bereich fortzuführen. Die vorhandene Urnenstelenanlage, die sich gestalterisch von den WEIHER-Urnenstelen unterscheidet, empfahl, die unterschiedlichen Optiken nicht auf engem Raum zu Nachbarn zu machen. Damit waren die Grundentscheidungen gefallen: Orientierung der neuen Urnenstelen zur Halle, Anordnung der Baumgrabanlage zur Bestandsanlage, spiegelsymmetrische Gestaltung der neuen Bestattungsfläche.

Abbildung 2: Grafik WEIHER-Situationsanalyse

 

Umfangreiche Bereichsplanung

Zur Halle hin wurde eine kleine Platzfläche konzipiert, groß genug, um vier Kreuzstelen und zwei Sitzbänke aufzunehmen und seitlich durch kleine Pflanzungen eingefasst. Insgesamt 56 Urnennischen konnten hier als Grabstätten für Urnen eingeplant werden. Die Höhe der Kreuzstelen wurde so geplant, dass sie zum eher gärtnerischen Teil „Baumgrabanlage“ hin abnimmt, um einen weichen Übergang vom architektonischen Teil zur grünen weitläufigen Rasenfläche zu bekommen.

Die Rasenfläche wurde als eine ruhige Großform angelegt: Ein neu zu pflanzender Urnenbaum bildet im Entwurf das Zentrum eines Wegekreuzes, das in alle vier Richtungen an die Umgebungsflächen anschließt. Die Baumgrabanlage entwickelt sich um dieses Zentrum in mehreren Ringen, die durch einen breiten begehbaren und eine schlanken akzentuierenden Pflasterring geordnet werden. Innerhalb dieses Pflasterbildes sind, beginnend mit dem innersten Ring, verschiedene Bauabschnittsgrößen möglich, in denen die Baumgrabanlage durch Bestückung mit Urnenerdgrabsystemen erweitert werden kann.

Abbildung 3: Grafik WEIHER-Bereichsplanung

 

Umsetzung: Beginn der Bauarbeiten

Die Friedhofbau Plus GmbH, unser verlässlicher Partner seit vielen Jahren, startete sofort mit den Arbeiten. Ziel war es, alles perfekt umzusetzen – und das gelang, wie immer.

Abbildung 4: Beginn der Bauarbeiten durch die Friedhofbau Plus GmbH

 

Aufenthaltsqualität am Grab

Aufgrund der gewünschten intensiven Flächennutzung war es angesichts der beengten räumlichen Gegebenheiten eine Herausforderung, genügend Sitzplätze zu integrieren. Dies ist jedoch wichtig: Ein Sitzplatzangebot, das Trauernden den längeren Aufenthalt in Grabnähe ermöglicht, bedeutet eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Wir schlugen am Übergang zwischen Stelenanlage und Baumgrabanlage Hockerbänke vor, die in zwei Richtungen verwendet werden können. So ist der Blickbezug zu den Urnenstelen oder zur Baumgrabanlage gleichermaßen möglich.

An den Urnenstelen wurden seniorengerechte Bänke mit Rückenlehne eingeplant. Das entgegengesetzte Ende der Anlage erhielt wiederum zwei Sitzbänke: Eine mit Blick auf die Urnengrabanlage, die andere als Hockerbank ausgelegt und so ausgerichtet, dass nicht nur der Blick auf die neuen Baumgräber, sondern auch auf die vorhandene Stelenanlage möglich ist. Damit wurde auch dieser Friedhofsbereich aufgewertet.

Abbildung 5: Aufenthaltsqualität am Grab

 

Blick über den Tellerrand: Vorschlag zur weiteren Umfeldentwicklung

Unsere fortwährende Beschäftigung mit Friedhofsstrukturen und -entwicklungen hat uns gelehrt, den Blick zu weiten, das große Ganze und vor allem auch die Zeitschiene im Blick zu behalten. Auch ein im Rahmen einer eng begrenzten Bereichsplanung gesetzter Entwicklungsimpuls kann in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf sein Umfeld ausstrahlen, wenn dies mit bedacht wurde.

Obwohl nicht explizit für diesen Planungsschritt beauftragt, hatten wir unsere Gedanken dazu skizziert, um zu verdeutlichen, wie das neue Gestaltungsthema „Kreis“ sich auch in anderen Grabvarianten fortsetzen und somit der Friedhof aus seiner traditionellen, starren Aufteilung weiterentwickelt werden kann: Die Keisradien wurden in die benachbarte Grünfläche erweitert und dort als Wege abgebildet, die vielfach nutzbare Grabtrassen einfassen. Nach Ablauf der Sarggräber auf der gegenüber liegenden Seite könnte dieses Prinzip dort auch angewendet werden.

Der neue Bestattungsbaum wurde in das Achsenkreuz einer vorhandenen Baumreihe und der Mittelachse der Aussegnungshalle verortet, umgeben von den verschiedenen Grabtrassen – eine neue starke Mitte des Friedhofs.

Abbildung 6: Grafik WEIHER-Umfeldentwicklung

 

Projekt-Steckbrief

  • rund 125 m² Pflasterfläche (ohne Bänder in der Rasenfläche), Betonpflaster und Natursteinpflaster in Kombination
  • rund 64 m² Rasenfläche
  • rund 37 m² Pflanzfläche im Bereich der Urnenstelen
  • WEIHER Urnenstelen in Form von Kreuzstelen, insgesamt 56 Urnennischen bzw. Würfel. Modulare Urnenwürfelsysteme aus hochwertigem, polierten Granit außen sowie mit seit Jahrzehnten bewährten und funktionalen Komponenten im Inneren. Der modulare Aufbau lässt unterschiedliche Stelenformen- und kombinationen zu.
  • WEIHER Urnenerdgrabsysteme, 46 Systeme plus Ausbaureserve, Bronzegussabdeckung mit Urnensiegel „Lebensbaum“
  • Starker Projektpartner: Die Friedhofbau Plus GmbH bündelt alle Kompetenzen für Bauprojekte auf Friedhöfen und unterstützt u. a. vom Fundament bis zur Bauabnahme, und das deutschlandweit.

 

Abbildung 7: Projektabschluss in Markt Bruck mit Blick auf die Aussegnungshallte: Im Vordergrund WEIHER-Urnenerdgrabsysteme mit den dahinter liegenden WEIHER-Urnenstelen

 

Danke

Wir bedanken uns herzlichst bei Markt Bruck für das uns entgegengebrachte Vertrauen und die Umsetzung eines weiteren, erfolgreichen Projekts.

 

Impressionen

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