Bestattungskultur im Wandel: Friedhöfe in Füssen und Hopfen sollen neu strukturiert werden

Quelle: Kreisbote, Alexander Berndt, 09.06.2021.

Füssen – „Dem Friedhof droht selbst der Tod“, zitierte Stefan Lubowitzki „Focus online“, als er kürzlich rund 40 Teilnehmer eines Strategie-Workshops über das Thema „Entwicklungsplanung Friedhof 2050“ im „Haus Hopfensee“ informierte. Ganz konkret ging es dabei um die Zukunft der Friedhöfe in Füssen und Hopfen. Denn obwohl der Tradition in der Lechstadt noch immer eine ziemlich große Bedeutung zukommt, verändert sich auch hier so manches.

Unter anderem macht sich in der Bestattungskultur ein gewisser Wandel bemerkbar. So stellen die in den vergangenen Jahren vermehrt aufgekommenen Wünsche der Bürger nach pflegefreien Grabformen und alternativen Bestattungsangeboten – wie in Ruheforsten, Bestattungswäldern oder auf See – Verwaltung und Politik vor wachsende Herausforderungen (der Kreisbote berichtete). Daher arbeite man daran, die städtischen Friedhöfe zukunftsfähig zu machen, „um den Bedürfnissen der Bürger zu entsprechen“, erläuterte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU)

Mit der Firma „Weiher“, Friedhofsexperten aus Freiburg, zusammen möchte die Stadtverwaltung die Möglichkeiten ausarbeiten, „wie wir die Weichen für die Zukunft stellen können“, ergänzte Eichstetter. Wie „Weiher“-Geschäftsführer Lubowitzki ermunterte er deshalb die Workshop-Besucher dazu, „auch ihre Wünsche und Erfahrungen“ zu äußern und dabei mitzuhelfen, mit ihren Visionen und Zielen zum Erfolg des Programms „Friedhof 2050“ beizutragen.

Veränderung geplant: Der Füssener Waldfriedhof lässt nach Meinung einiger Bürger derzeit in puncto Zukunftsfähigkeit etwas zu wünschen übrig. 
© Alexander Berndt

Bei dieser vom Rathauschef so genannten „Reise in ein neues Friedhofskonzept“ präsentierte Lubowitzki dem Publikum mit dem Landschaftsarchitekten Manfred Rauh zusammen anhand von unterschiedlichen Aspekten ein Konzept zur „Attraktivierung und Modernisierung“ der Friedhöfe in Füssen und Hopfen.

Nach Aussage des Füssener Standesamtsleiters Andreas Rösel wolle man dem zunehmenden Trend entgegenwirken, Verstorbene nicht mehr auf dem herkömmlichen Gottesacker bestatten zu lassen. Aus dem Friedhof soll deshalb ein allgemeiner „Ort der Begegnung“ gemacht werden. Die Workshop-Teilnehmer, die laut Rösel „ein möglichst breites Spektrum der Bevölkerung Füssens widerspiegeln“ sollten, engagierten sich rege an der Diskussion über die Fragen, wie das künftigen Angebot an Gräbern und die Aufenthaltsqualität eines modernen Friedhofs aussehen soll.

Würde bleibt erhalten

Mit eigenen Vorschlägen sprachen sie darüber hinaus bei den Themen Fläche, Zeit, Marketing und Wirtschaftlichkeit mit. Dabei wurde deutlich, dass der Friedhof von morgen sowohl in puncto Grabmalgestaltung als auch hinsichtlich alternativer Nutzungsmöglichkeiten eine durchaus abwechslungsreiche, lebendige Einrichtung sein könnte. Dennoch, das betonte Experte Lubowitzki, werde die der „Würde des Ortes“ entsprechenden Atmosphäre bewahrt bleiben.

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