Referenz

Dettingen

Kommunen sehen sich heute der Notwendigkeit gegenüber, in gewachsene Friedhöfe mit traditioneller Struktur neue, moderne Grabanlagen wie bspw. Urnenstelen, Baumgräber oder Wiesengräber einpassen zu müssen. Je nach Größe des Friedhofs stehen dafür ausreichend Flächen zur Verfügung, die neue Urnengrabanlage ist nur ein kleiner Teilbereich – oder der Friedhof ist sehr überschaubar und die neue Anlage strahlt schon aufgrund ihrer Größe eine gewisse Dominanz aus. Diesen Fall in harmonischer Weise zu gestalten, stellt für die Planung eine besondere Herausforderung dar. Gleichzeitig liegt hierin auch eine Chance, allein durch die Gestaltung eines Friedhofsteilbereichs deutliche Akzente in Richtung zukünftiger Friedhofsentwicklung zu setzen.

Im Fall der Gemeinde Dettingen sollte in den zentralen Bereich des bestehenden Friedhofs eine in sich abgeschlossene Urnengrabanlage mit gemischten Urnengrabarten (Urnenstelen und Baum- und Wiesengräber) als „neue Mitte Friedhof Dettingen“ eingefügt werden. Die zur Verfügung gestellte Friedhofsteilfläche war eine abgelaufene Sarggrabfläche, die ursprünglich in Randlage des alten Friedhofs im Eckbereich der umlaufenden Friedhofsmauer lag. Durch die später erfolgte Erweiterung des Friedhofs und die Lage von Aussegnungshalle und Hauptzugangsweg war diese Randlage schon länger zu einer zentralen Lage geworden. Allerdings waren die alte und neue Friedhofsfläche optisch nie gänzlich zu einer Einheit verschmolzen, weil diese alte Friedhofsmauer noch bestand und sich nun als trennendes Element erwies.
Auch kleine Bereichsplanungen wie diese Urnengrabanlage begreifen wir als Möglichkeit, positiv und ordnend auf den gesamten Friedhof einzuwirken. Dabei denken wir auch über die im Rahmen der Aufgabenstellung gesetzten Grenzen hinweg und suchen nach den Potenzialen für eine grundsätzliche funktionale oder Gestaltverbesserung.

Für Dettingen haben wir die Entfernung der trennenden Teilstücke der alten Friedhofsmauer und in dem Zuge auch die Verlegung eines störenden großen Abfallplatzes empfohlen. Die neue Grabanlage liegt nun frei auf der so bereinigten Fläche und ist in alle Richtungen mit Stichwegen angebunden. Sie ist aus konzentrischen Kreisen aufgebaut, die sich um den zentralen runden Platz legen. Die Kreisabschnitte beinhalten die verschiedenen Urnengrabvarianten und sind zum Teil zunächst als flexibel belegbare Vorratsfläche mit Rasenansaat angelegt. Ebenfalls auf einem Kreisring sind einige Kleinbäume, z.T. als Bestattungsbäume, angeordnet. Sie definieren und fassen den Raum und werden in heißen Sommern Schatten spenden. Sitzbänke hat die Gemeinde in eigener Regie beigesteuert.

Entstanden ist eine barrierefreie, attraktive Urnengrabanlage mit pflegefreien Bestattungsvarianten und Aufenthaltsangeboten, die dem gesamten Friedhof eine neue Prägung gibt. Die Gemeinde hat diesen „Energieschub“ aufgegriffen und in Eigenregie durch weitere Eingriffe in den Bestand auch die anschließenden Flächen bereinigt. Der Friedhof ist nun vorbereitet für eine neue Zeit.

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