Referenz

Mering

Wenn neue Urnengrabangebote in einen Friedhof integriert werden sollen, erwarten Gemeinden und Bürger auch eine neuartige, moderne Gestaltung der Grabanlage. Die Herausforderung dabei ist, die gewachsenen, traditionellen Strukturen des Friedhofs und das neue Design der Grabanlage in einen harmonischen Zusammenhang zu bringen und dabei auch das zukünftige Wachsen dieser neuen Anlage im Blick zu behalten. Andernfalls ergeben sich mit der Zeit versprengt liegende Themeninseln ohne gestalterischen Bezug zueinander oder zum alten Friedhof, das Gesamtbild leidet. Die Urnengrabanlage in Mering zeigt exemplarisch, wie ein harmonischer und erweiterungsfähiger Lösungsansatz aussehen kann.
Die Freifläche, in die die neue Urnengrabanlage eingefügt wurde, hat eine leichte Hanglage. Die benachbarte Sarggrabreihe liegt an einem geraden Weg, der mit den Höhenlinien läuft, also quer zum Gefälle, und daher ohne Steigung begehbar ist. Die neue Urnengrabanlage übernimmt dieses Prinzip, entwickelt sich also innerhalb der Logik der vorhandenen Struktur. Abweichend davon liegen die Grabstellen jedoch nicht als Endlosband an dem schnurgeraden Erschließungsweg aufgereiht, sondern zu kleinen Einheiten gruppiert.

Im ersten Bauabschnitt wurde eine überschaubare Anzahl an Urnennischen zu kleinen Urnenstelen-Gruppen um einen kleinen, kreisförmigen Platz am Ende dieses Weges zusammengestellt. Der Platz hat eine bepflanzte kreisrunde Mittelfläche, die zusammen mit einem Gedenkstein den Blickbezug und Schlusspunkt der Erschließungswegeachse bildet.
Im zweiten Bauabschnitt wurde kurz vor dieser Platzfläche der Erschließungsweg mit zwei symmetrisch angeordneten Halbkreisflächen aufgeweitet: sie ergänzen sich zu einer zweiten Kreisfläche, an der wiederum kleine Gruppen von Urnenstelen aufgestellt sind. Wenn dieses Prinzip nochmals wiederholt wird, werden drei kreisförmige kleine Plätze mit flankierenden Urnenstelen wie Perlen an einer Schnur aufgereiht liegen. Die Wegeachse wird von Bäumen mit unterschiedlichen Kronenformen ergänzt und akzentuiert. Diese aufgelockerte und doch vom Grundsatz her strenge Anordnung harmoniert mit der benachbarten linearen Sarggrabreihe und fügt sich gut in das Gesamtbild ein.
Für die Trauernden ist es angenehm, sich in kleinen, abgeschlossenen Teilräumen aufhalten zu können. Diese wirken intimer als eine ununterbrochene lange Grabreihe. Das einzelne Grab erhält dadurch quasi eine ganz persönlich wirkende „Adresse“, obwohl es sich in einer verdichteten Grabanlage befindet.
Der praktische und wirtschaftliche Nutzen dieses Gestaltungsprinzips liegt in der Möglichkeit, die Grabanlage eng am tatsächlichen Bedarf zu entwickeln. Die kreisförmigen Urnenquartiere werden Zug um Zug entwickelt – weil die letzte Kreisfläche mit hinführender Wegeachse zuerst gebaut wurde und die folgen-den Kreisflächen nachträglich nur „aufgefädelt“ werden, ergibt die Grabanlage von Anfang an ein schönes Bild. Innerhalb eines Urnenquartiers, also einer Kreisfläche, werden nicht alle Urnenstelen sofort hergestellt: bedarfsorientiert werden die Stelen Zug um Zug errichtet, nur die Fundamente und Sockel werden sofort gebaut. Letztere dienen interimsweise zusammen mit geeigneten Auflagen als Sitzbänke. Der modulare Aufbau unserer Urnenstelen, die aus einzelnen Urnennischen zusammengesetzt sind, erlaubt zeit-versetzt eine „saubere“ Montage ohne schweres Gerät; die Erdarbeiten und der Wegebau werden gleich zu Beginn in einem Zug erledigt und sind dann auch abgeschlossen.

Für die Bürger ergibt sich daraus eine Minimierung der Störeffekte einer Baustelle auf dem Friedhof. Für die Gemeinde ist es erleichternd, die Investitionssumme für die Gesamtanlage über mehrere Bauabschnitte und ggf. Haushaltsjahre verteilen zu können, während parallel die Refinanzierung durch Grabverkäufe anläuft.

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